Radduscher Buschmühle, Raddusch/Spreewald

Die alte Wassermühle kannte er bereits seit seiner Kindheit. Als kleiner Junge hat Frank Petzold immer ganz in der Nähe Karpfen geangelt. Jahrzehnte später sah er das Gelände mehr und mehr verfallen und traf eine Entscheidung, die der fast 250 Jahre alten Radduscher Buschmühle wieder neues Leben einhauchte. Heute genießt der denkmalgeschützte Ort bei Spreewaldtouristen Geheimtippcharakter.

Frank Petzold an der Radduscher Buschmühle

Ohne „Herzblut und viel Eigenleistung“ wäre die Mühle nicht zu retten gewesen, erzählt Frank Petzold, der in seinem Hauptberuf ein Unternehmen in Lübbenau leitet, das Reinigungssysteme vertreibt. Bis in die 1960er-Jahre reichen seine ersten Erinnerungen an die Mühle zurück. Auf dem Weg zum Angelplatz begegnete er damals oft dem alten Müller, der mit einer Pfeife im Mund am Wehr saß und freundlich grüßte. Der Müller starb 1992, anschließend war das Grundstück am Südumfluter nicht mehr bewohnt.

Detailverliebter Wiederaufbau

Petzold, der im Spreewald geboren und aufgewachsen ist, fühlt sich der Natur und Geschichte seiner Heimat verbunden. Einen traditionsreichen Ort wie die Buschmühle einfach verfallen zu lassen, das sei doch Wahnsinn, fand er. Als er das Gebäude 2009 zum ersten Mal betrat, war es eine Ruine. Dennoch war er „vollkommen fasziniert von der noch vorhandenen Technik im Inneren“, erinnert sich der studierte Maschinenbauingenieur. Mit seinem Konzept, das einen originalgetreuen Wiederaufbau der Mühle vorsah, hat Petzold 2010 die Töchter des alten Müllers überzeugt. 400.000 Euro sind seitdem in Kauf und Restaurierung geflossen. Die Bürgschaftsbank begleitete das Projekt von Anfang an.

Museum ausgebaut

Die Radduscher Buschmühle wurde 1777 erbaut und diente als Korn- und Ölmühle. Bis 1932 wurde sie mit Wasserkraft betrieben, dann wurde sie erweitert und umgebaut auf Motorantrieb. Heute treibt ein restaurierter Deutz Dieselmotor die 13 Meter lange Haupttransmissionswelle und den Mahlgang an. Weitere historische Mühlentechnik ist im kleinen Museum zu besichtigen, das Petzold aufgebaut hat. Zum deutschen Mühlentag und anderen Festen gibt es frisch gebackenen Blechkuchen und Brot aus der eigenen Mühlenbäckerei.

Neustart 2021

Seit Oktober 2019 aber hat die Mühle keinen Umsatz mehr gemacht. Die Tourismussaison endete, dann kam der erste, zweite und dritte Corona-Lockdown. In diesem Jahr wagt Petzold nun einen Neustart zum Himmelfahrtswochenende – mit Live-Kapelle und Bier to go. Er wolle „den Leuten wieder ein bisschen Frohsinn schenken“, sagt er und freut sich auf die Nach-Corona-Zeit. Aktuell laufe der Bauantrag für ein Nebengebäude, die Wiedererrichtung des ursprünglichen Vier-Seiten-Hofes sei sein nächstes großes Ziel.

Radduscher Buschmühle
Kaupen 1
03226 Raddusch

Tel. 0355-537916

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