Manz Landtechnik, Nordwestuckermark

Schon als Kind hat Andy Manz in den Ferien an Treckern herumgeschraubt. Er sei im Betrieb aufgewachsen, sagt er. Eine andere Überlegung, als irgendwann in das Familienunternehmen einzusteigen, gab es für ihn nie. Heute investiert der 35-Jährige mit Hilfe der Bürgschaftsbank über zwei Millionen Euro in die Zukunft der Manz Landtechnik GmbH. Deren neuer, hochmoderner Firmensitz soll im Frühjahr 2020 fertig sein. „Wenn wir das umsetzen, dann sind wir als technischer Dienstleister im ländlichen Raum strategisch gut aufgestellt“, ist Manz überzeugt.

Das Unternehmertum hat Andy Manz in die Wiege gelegt bekommen. Großvater Günther Krause hatte das Familienunternehmen 1958 in Fürstenberg, im Norden Brandenburgs, gegründet: Als Schmiede und Bauschlosserei, die unter anderem den Hufbeschlag für die örtliche LPG übernahm. „Der Rost an der Speerspitze des Sozialismus“, flunkert Manz, das war ein beliebter Spruch über den Großvater, den alle nur „Meister“ nannten. Vater Manz stammt aus einer Landwirtsfamilie, lernte Landmaschinenschlosser im Kreisbetrieb für Landtechnik und stieg 1988 beim Schwiegervater ein. Die Wende rüttelte alles durcheinander. Vater Manz ging in den Ruhrpott, arbeitete im Stahlwerk. Am Ende musste er sich entscheiden: Die Familie in den Ruhrpott holen oder zurück in die Heimat und „selbst was machen“. Die Entscheidung fiel auf’s Machen.

ALTE LANDMASCHINENSCHMIEDE
Ab 1992 schmiedeten Krause & Manz im Ort und reparierten Landmaschinen. Als der „Meister“ 1999 in den Ruhestand ging, wurde aus Krause & Manz „Falko Manz Landmaschinenservice und Metallbau“, der vor allem Landmaschinen reparierte und wartete, der aber die Bauern der Umgebung auch nicht nach Hause schickte, wenn das Auto oder der LKW kaputt waren. „So wuchs der Laden“, erzählt Andy Manz, der zu dieser Zeit schon in die Firma „schrauben“ ging, um das erste Motorrad zu finanzieren. „Die Bauern haben uns getrieben. Erntezeit war immer der Ernstfall, alle mussten ran.“ Nach dem Abitur verließ Andy Manz die Uckermark, studierte Maschinenbau im dualen Studium beim Landtechnik-Weltmarktführer John Deere. „Das war ein anderer Hori- zont als im elterlichen Betrieb“, erinnert er sich. Später wechselte er in ein Landmaschinenunternehmen mit 100 Mitarbeitern und 35 Millionen Euro Jahresumsatz, leitete dort als angestellter Geschäftsführer unter anderem den Vertrieb.

AM SCHEIDEWEG
2016 rief die Heimat. Andy Manz gründete die Manz Landtechnik GmbH, A-Händler für diverse Landmaschinenanbieter und Servicebetrieb. Nach all den gesammelten Erfahrungen wollte Manz nicht mehr beim Vater angestellt bleiben. Beide Unternehmen werden 2019 schlussendlich vereinigt. „Unser Wachstum und die räumliche Situation haben uns an einen Scheideweg gebracht: Weiter wachsen oder weichen? Das waren die Optionen“, erklärt Manz. In den gegebenen Strukturen und den vorhandenen Räumlichkeiten waren eine effiziente Auftragserledigung oder ein vernünftiges Arbeitsumfeld und -klima nicht mehr machbar. „So würden wir unsere alten Mitarbeiter weder halten, noch neue gewinnen können“, ist Manz überzeugt.

FLUCHT NACH VORN
Die neue Betriebsstätte ist eine „Flucht nach vorn“. Auf 16.000 Quadratmetern Grund entsteht ein multifunktionales Gebäude mit einer Grundfläche von fast 1.500 Quadratmetern. Im zweistöckigen Gebäude sind künftig alle Unternehmensbereiche vom Verkauf über die Werkstatt, den Shop, den Sozial- und Verwaltungstrakt bis hin zum Ersatzteillager mit seinen bis zu 15.000 Artikeln unterge-bracht. „Hier wird es alles geben, was der Landwirt braucht“, sagt Andy Manz.

HART ZUR SACHE 
Über die Tragweite der Entscheidung war sich die Familie bewusst. 18 Monate habe man mit sich gerungen, die Idee diskutiert und analysiert, bevor man im August 2018 der Hausbank ein detailliertes Konzept präsentierte. „Mit der Bürgschaftsbank ging es dann ganz schnell“, erinnert sich Manz. Zwei Mal habe er Kontakt gehabt. Einmal schriftlich, einmal persönlich. Drei Stunden habe der Termin gedauert. „Zwei davon waren Smalltalk, in der letzten ging es aber hart zur Sache. Danach stand die Finanzierung.“

Manz Landtechnik GmbH
Parmer Weg 3
17291 Nordwestuckermark

Tel. 039859-63060

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