Fressnapf, Ostwestfalen-Lippe

Seit Januar 2013 arbeitet er für Europas führendes Unternehmen im Bereich Heimtierbedarf, ist als Regional Sales Director zwischenzeitlich für 200 Märkte verantwortlich. Doch als er 45 Jahre alt wird, spürt er einen starken Veränderungswunsch, erzählt Stephan Pommerening. Also verlässt er seinen Angestelltenposten und wird mit Hilfe der Bürgschaftsbank selbstständiger Franchisepartner. Dem Unternehmen – Fressnapf – bleibt er treu.

Modell mit Zukunft

Stephan Pommerening mit Hund Sam

Anfang März 2021 startet Stephan Pommerening in sein neues Leben als Unternehmer. Sieben Fressnapf-Filialen in Ostwestfalen-Lippe mit insgesamt 5.450 Quadratmetern Verkaufsfläche und 81 Mitarbeitern wird er dann übernehmen. Seit 2019 plane er diesen Schritt, habe viele Ideen gesammelt und freue sich nun auf die unternehmerische Freiheit, erzählt er. Ganz bei null muss er aber nicht anfangen, ist er doch bereits seit acht Jahren für die Fressnapf-Gruppe tätig, hat dort in verschiedenen Positionen gearbeitet und Vertriebsstrategien mitentwickelt. Die Region, in die er nun investiert, sei „sehr kaufkraftstark und für Premiumprodukte zugänglich“, erzählt er.  Er wolle „Kunden zu Fans machen“, on- und offline stärker miteinander verbinden und mehr Kontaktpunkte – beispielsweise über Hundefriseure, Mobility-Trainer, kooperierende Tierärzte – schaffen, beschreibt Pommerening seinen Plan. Am Gelingen hat er wenig Zweifel: „Es ist ein Zukunftsmodell“, betont er.

Heimat- und tierverbunden

Stephan Pommerening ist gebürtiger Spreewälder – auch wenn er nun für die Arbeit viel in Nordrhein-Westfalen sein werde, bleibe seine Heimat hier, sagt er. Wenn alles gut laufe, wolle er die Märkte irgendwann digital leiten, aus einem Büro in der Lausitz. Mit seinem Brandenburger Zuhause verbindet er auch seine ersten Tiererinnerungen: Mit sechs Jahren bekam Pommerening seinen ersten Hund, mit sieben ein Pony. Auch Schweine, Hühner und Enten hatte er als Kind auf dem Hof seiner Eltern um sich. „Früher war immer ein Hund an meiner Seite“, erinnert er sich. So ist es bis heute geblieben: Labrador Sam und Kater Paul gehören fest zu seiner Familie. Pommerening weiß um die vielen positiven Effekte, die Tiere auf ihre Besitzer ausüben. Daher lobt er auch die Fressnapf-Firmenpolitik, die es den Mitarbeitern erlaubt, ihre Hunde mit zur Arbeit zu bringen. „Das sind unsere besten Markenbotschafter“, findet er.

Erfolgreich abgeworben

1996 begann Pommerening eine Ausbildung zum Kaufmann im Einzelhandel bei einer Baumarktkette und arbeitete sich vom Verkäufer zum Disponenten, Abteilungs- und schließlich sogar Marktleiter hoch. Mit Tiernahrung habe er in dieser Zeit wenig Berührungspunkte gehabt, erzählt er. Dann kontaktierte ihn 2012 ein Headhunter und warb ihn erfolgreich für Fressnapf ab. „Das Gesamtkonzept hat mich damals überzeugt“, sagt er, „die inhabergeführte Mentalität und der grüne Gedanke hinter allem.“ Mit fast 1.500 Filialen europaweit gehört Fressnapf zu den führenden Anbietern für Tiernahrung und -zubehör. Die Märkte führen Futter, Spielzeuge, Transportboxen, Schlafplätze, Pflege- und Hygieneprodukte – und das nicht nur für Hund und Katze, die beliebtesten Haustiere der Deutschen, sondern auch für Kleintiere, Hamster, Meerschweinchen, Kaninchen, Mäuse, Fische, Vögel und Reptilien.

Vierbeinige Kunden

Immer mal wieder komme es vor, dass Kunden ihre Tiere mit in die Filialen brächten, erzählt Pommerening. „Hunde sind häufige Besucher, Katzen eher selten“, auch Papageien oder Ratten wurden vereinzelt schon auf den Schultern ihrer Besitzer gesehen. „Das Highlight war ein Esel in Wiesbaden“, lacht er. In der Coronazeit haben sich Menschen wieder vermehrt Haustiere zugelegt, die Nachfrage nach Futter und Zubehör ist gestiegen. Daher rechnet Pommerening auch für seine Zukunft als selbstständiger Franchisepartner mit guten Umsätzen und gesundem Wachstum.