1.2.3. Wassersportpark, Großkoschen

“Klasse Anlage, tolles Team und eine megageile Sache. Empfehlenswert für jedermann“. Euphorisches Internet-Feedback für den 1.2.3. Wassersportpark Großkoschen am Senftenberger See. Der Aktivbadestrand „für Kinder von fünf bis 105 Jahre“ ist ein Hindernisparcours mit hüpfburgähnlichen Geschicklichkeitselementen, Rutschen, Hangelanlagen, einem Sprungturm und dem Schleudersack. Ein Hindernislauf war auch der Start für Unternehmer Michael Kiraly, bevor nun endlich in dieser Saison mit dem Betrieb begonnen werden konnte.

Nur drei Wochen nach der Eröffnung 2019 war der Spaß bereits wieder vorbei. Behörden sperrten den größten ostdeutschen Wassersportpark. Die bunten Sprungkissen durften aus Sicherheitsgründen nicht mehr betreten werden. Eine Katastrophe für Michael Kiraly. 180.000 Euro hatte der 41-Jährige investiert. Aus dem Urlaub in Holland hatte er die Idee mitgebracht und freute sich, für seine alte Heimat eine neue Touristenattraktion gefunden zu haben. „Unsere Kinder waren sofort begeistert und da haben wir gedacht, so etwas können wir zuhause aufbauen.“

Wassersportpark am Senftenberger See

Rutschen, Sprungturm und Schleudersack – Ein Spielplatz auf dem Wasser.

11-ÄMTER-LAUF
Zuhause, das war die Lausitz für Kiraly, bevor er beruflich die Region verließ. Einen guten Job hat er für die Idee aufgegeben, leitete in Potsdam den Betrieb der Deutschen Glas. Für den Wassersportpark stellte er eine Anfrage an den Zweckverband Lausitz, ob es möglich und gewünscht sei, eine Fläche auf dem See zu pachten. Elf Ämter mussten für die wasserrechtliche Genehmigung mitmachen. „Kommunikation ist immens wichtig“, sagt Kiraly. 68 Betonanker, von denen jeder 440 Kilogramm wiegt, haben Kiraly und seine Mitarbeiter am Seeboden platziert. Sie sind selbst gefertigt. Mit Edelstahlösen halten sie die Elemente. Wegen des eisenhaltigen Wassers der ehemaligen Bergbauseen und für die Haltbarkeit musste der Beton säurefest sein. Als er den Park schließlich eröffnete, hatte er alle notwendigen Zusagen und Genehmigungen des Landkreises beisammen. Dachte Kiraly.

VOLLBREMSUNG NACH DREI WOCHEN
Drei Wochen nach Eröffnung musste er den Wasserpark schließen, komplett abbauen und ein Gutachten über eine „wasserrechtliche Genehmigung“ einholen. Ein Gutachten des Landesamts für Bergbau, Geologie und Rohstoffe stoppte den Spielspaß, weil es die Gefahr für ein Abrutschen des Strandes sah. Die Betonanker wären zu schwer. „Bis dahin amüsierten sich hier 200 Besucher pro Tag“, sagt Kiraly.

DIE DOPPELTE BODENPLATTE
Es war nicht das erste Problem. Denn schon vor der Eröffnung hatten die Arbeiten für die Errichtung des Servicegebäudes begonnen. Hier sind die Büros untergebracht und findet die Sicherheitseinweisung der Besucher statt. Doch der zugewiesene Platz für das Gebäude war falsch und so musste Kiraly die bereits gegossene Bodenplatte an anderer Stelle erneut gießen. Michael Kiraly nutzt 2.500 Quadratmeter der See-Wasserfläche für seinen Wassersportpark. Diesen konnte er nun – etwas versetzt – wieder eröffnen. „Ein geotechnisches Gutachten bescheinigt, dass keine Gefahr besteht“, erklärt Kiraly. Mit dem neuen Standort am Strand ist Kiraly zufrieden: „Das Wasser ist tiefer und die Badegäste haben mehr Strandfläche.“ Und obwohl er zunächst „fassunglos“ war über das Geschehen, beteuert er, dass alle Beteiligten das Problem sehr lösungsorientiert und kommunikativ bearbeitet hätten und man schnell mit dem Bürgermeister und dem Landrat ins Gespräch gekommen sei. Alle seien sich einig gewesen, dass der Wassersportpark eine „Bereicherung für das Lausitzer Seenland“ sei.

NÄCHSTE HÜRDE: CORONA 
Es sollte nicht das letzte Hindernis bleiben. Kurz vor Eröffnung der Badesaison 2020 kommt der coronabedingte Lockdown. Kiraly bleibt optimistisch, auch weil die durch die Bürgschaftsbank ermöglichte Tilgungsverschiebung es „verkraftbar“ machte. „Das war eine große Hilfe.“ Seit Anfang Juli 2020 können Kiraly und sein Team nun die Anlage wieder betreiben. Das Geschäft brummt – ständig kommen Strandbesucher und fragen, wann der nächste Schwung auf der Wasseranlage toben darf. Coronabedingt mussten nur kleine Änderungen vorgenommen werden. So ist der Kassenbereich jetzt abgetrennt und die Sicherheitswesten werden nach jeder Nutzung gründlich desinfiziert.

1.2.3. Wassersportpark
Am Mühlgraben Strandpromenade
01968 Großkoschen

Tel. 01523-6808044

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