Neue Studie

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Aktuelle Studie: Ostdeutsche Bürgschaftsbanken erhöhen Produktion, Beschäftigung und volkswirtschaftlichen Nutzen. Brandenburger Landeshaushalt um 1,1 Mrd. Euro entlastet

 

• 40.000 Kredite für 32.000 Unternehmen in Ostdeutschland abgesichert
• Kredite in Höhe von 9 Milliarden Euro ermöglicht
• 675.000 Arbeitsplätze erschafft und gesichert
• Brandenburger Bruttosozialprodukt um mehr als eine halbe Milliarde Euro erhöht

 

Das Institut für Finanzdienstleistungen (iff) hat die Wirkung der Arbeit der Bürgschaftsbanken in den Neuen Bundesländern untersucht und kommt zu einem deutlichen Fazit: Bürgschaftsbanken stabilisieren die Wirtschaft, verbessern die ökonomische Situation von mittelständischen Unternehmen, schaffen Arbeitsplätze und steigern den volkswirtschaftlichen Nutzen. Besonders in Brandenburg kann man das deutlich nachvollziehen. Das iff analysierte für seine Studie interne Statistiken der Bürgschaftsbanken Berlin, Brandenburg, Mecklenburg-Vorpommern, Sachsen-Anhalt und Thüringen aus den Jahren 1991 bis 2015. Die Ergebnisse werden nun erstmalig veröffentlicht.

Sonderfall Neue Bundesländer – vereinfachter Zugang zu Investitionskrediten
Kleine und mittlere Unternehmen (KMU) sowie Existenzgründer in den Neuen Bundesländern haben einen erhöhten Bedarf an Bürgschaften und Garantien. Die Gründungsaktivität liegt unter dem Bundesdurchschnitt, die Insolvenzhäufigkeit darüber, die Kredithemmnisse sind ungewöhnlich hoch. Für 80 Prozent der Unternehmen vereinfacht sich mit einer Bürgschaft der Zugang zu Krediten. Verbürgte Unternehmen verzeichnen im Vergleich zu nicht verbürgten ein höheres Umsatzwachstum und mehr Mitarbeiterzuwachs.

Bürgschaftsbanken stabilisieren die Wirtschaft
Prof. Dr. Doris Neuberger vom Institut für Volkswirtschaft der Universität Rostock und Leiterin der Studie bestätigt den positiven Effekt der Arbeit von Bürgschaftsbanken auf die Gesamtwirt-schaft: „Durch die Ausdehnung der Kreditverfügbarkeit und Investitionstätigkeit ergibt sich ein hoher volkswirtschaftlicher Zusatznutzen.“ Seit Aufnahme ihrer Tätigkeit 1991 hätten die fünf untersuchten Banken etwa 40.000 Kredite für 32.000 Unternehmen abgesichert und dadurch Kredite in Höhe von neun Milliarden Euro ermöglicht. Dadurch wurden 175.000 Arbeitsplätze geschaffen sowie eine halbe Million Arbeitsplätze gesichert. Je übernommener Bürgschaft ergebe sich eine direkte Erhöhung der gesamtwirtschaftlichen Produktion zwischen 117.000 und 191.000 Euro. Deutlich größer seien die indirekten Effekte auf die Staatseinnahmen, die aus erhöhter Produktion und verringerter Arbeitslosigkeit resultierten. „Die Einnahmen des Gesamtstaates der Jahre 2008 bis 2014 lagen um fast drei Milliarden Euro höher, als dies ohne die Übernahme der Haftungsrisiken im Neugeschäft der Bürgschaftsbanken der Fall gewesen wäre.“

Brandenburg: höchste Entlastung und niedrigste Ausfallquote
Die Bürgschaftsbank Brandenburg hat im untersuchten Zeitraum fast 8.000 Verträge abgeschlossen, etwa 32.000 Arbeitsplätze geschaffen und 94.000 gesichert. „75 Prozent unserer verbürgten Kredite sind Investitionskredite“, erklärt Dr. Milos Stefanovic, Geschäftsführer der Brandenburger Bürgschaftsbank. „Wir geben die Initialzündung und steigern die unternehmerische Dynamik der Mittelständler.“ Laut Studie hat die Bürgschaftsbank Brandenburg zwischen 2008 und 2014 den Landeshaushalt um mehr als 1,1 Milliarden Euro entlastet und das Bruttoinlandsprodukt um mehr als eine halbe Milliarde Euro erhöht – damit liegt Brandenburg im Vergleich zu den anderen Bürgschaftsbanken vorn.

Von allen Bürgschaftsbanken der neuen Bundesländer weist Brandenburg zudem die geringste Ausfallwahrscheinlichkeit (1,6 Prozent) und die geringste Ausfallquote (8 Prozent) auf. „Das liegt auch an der ausgezeichneten Zusammenarbeit mit den kreditgebenden Banken“, weiß Stefanovic. Die im Rahmen der Studie durchgeführte Bankenbefragung ergab, dass 63 Prozent der Banken regelmäßig mit der Brandenburger Bürgschaftsbank arbeiten und dadurch in mehr als der Hälfte der Fälle neue Informationen erhalten. Zum Vergleich: In Berlin arbeiten 24 Prozent der Banken regelmäßig mit ihrer Bürgschaftsbank zusammen, in Sachsen-Anhalt 18 Prozent.

Die Bürgschaftsbanken
Bürgschaftsbanken helfen, wenn betrieblich sinnvolle Investitionen zu finanzieren sind, bankübliche Sicherheiten aber fehlen. Bürgschaftsbanken sind Selbsthilfeeinrichtungen des Mittelstands. Es gibt sie in jedem Bundesland. Land und Bund fungieren als Rückbürgen.


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