
Beispiel 1: Die Zitrone des NordensBeispiel 2: Der SpielplatzphilosophBeispiel 3: Abgetaucht – Private U-Boot-Fahrten als TouristenattraktionBeispiel 4: Das Backtheater
U-Boot fahren - bis heute haben nur 0,1 Prozent der Menschheit am eigenen Leib erfahren, was Jules Verne in „20.000 Meilen unter dem Meer" beschrieb. Thomas Breinig, Lutz Codts und Jürgen Herrmann sind Sporttaucher und darum oft unter Wasser. Beim Neujahrstauchen des Frankfurter Unterwasser-Clubs FUC Helene gingen die zukünftigen Gesellschafter „Nemo Tauchtouristik GmbH & Co. KG" aus Frankfurt (Oder) an Bord des „Nemo 01"-U-Bootes, gebaut vom Potsdamer Reinhard Küster. Aus der spontanen U-Boot-Leidenschaft entwickelten die drei eine Geschäftsidee.
Der Konstrukteur Küster verkaufte ihnen „Nemo 01" und die drei verfeinerten ihn zum Prototypen „Nemo 100" in ihrer eigenen kleinen Werft in Frankfurt, die mal ein Autohaus war. „Erst beim Bauen haben wir gesehen, was alles notwendig ist", sagt Jürgen Herrmann. „Nemo 100", dreieinhalb Meter lang und 1,7 Tonnen schwer, fährt mit einem weltweit einmaligen Brennstoffzellenhybridantrieb. Zwei Einstiegsluken führen zu je einem Sitz. Wie ein richtiges U-Boot sieht es aus: Die Verkleidung aus salzwasserfestem Spezialstahl muss für jedes Boot extra angefertigt werden, genauso wie die Glaskuppeln. Zumindest die können sie in der eigenen Werft selbst herstellen. „Wegen der Spezialanfertigungen sind spontane Bestellungen schwierig, auch wenn wir jetzt in Serie produzieren", bedauert Jürgen Herrmann. Im Gegensatz zu „Nemo 01" wird „Nemo 100" eine Doppelsteuerung haben, der Gast kann selber den Steuerknüppel in die Hand nehmen und auf maximal 50 Meter Tiefe hinab steigen. Ein professioneller U-Boot-Pilot ist immer mit dabei.
Seit dem Frühjahr 2008 können Touristen auf - oder besser - im Helenesee bei Frankfurt „Nemo" besteigen und als „Beifahrer" die ungewohnte Aussicht auf Unterwasserbäume und Süßwasserquallen genießen. Der See hat bis zu sieben Meter Sichttiefe. Dank einer Bürgschaft der Bürgschaftsbank Brandenburg fertigen die drei Gesellschafter zwei „Nemo 100" an, die in Substationen in Deutschland für Touristen bereit stehen werden: Zingst, Boltenhagen, zuletzt Leipzig - viele Standorte probieren sie aus. " Substationen in der ganzen Welt", umreißt Herrmann die langfristigen Pläne. www.nemo-100.de